Ich stand auf, obwohl es noch nicht dunkel war. Das Bett war völlig zerwühlt. Ich kann nicht schlafen. Und es nicht der Straßenlärm oder der Gestank in diesem 9-Dollar Loch. Ich einfach zu aufgeregt. Ich kann nie schlafen, wenn ich aufgeregt bin.
Es kommt nichts vernünftiges im Fernsehen. Ich habe nichts zu tun. Außer dasitzen und warten. Darauf, daß die verdammte Sonne und all die neugierigen Augen verschwinden.
Ich hasse die Sonne.
Und die Augen.

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Die Luft kühlt ab. Die Geräusche ändern sich. Die Aktentaschen und Anzüge flüchten in ihre Burgen und verriegeln ihre Türen und führen ihre Konten und überhören die Schreie und versuchen nicht daran zu denken, wem SinCity wirklich gehört.
Ich ziehe meinen Mantel über und finde mich in einer von diesen Straßen wieder, in denen Leichen und Penner im Müll liegen, ohne daß jemand sie auch nur beachtet. Laßt sie der Stadtreiningung. Oder den Ratten. Meine Hände zittern wie die eines kleinen Kindes vor Weihnachten. Die Jahre ziehen nur so vorbei. Und so viel totes Fleisch. Ich spüre wie das Blut durch meine Hände strömt. Und durch meine Arme. Und zwischen meinen Ohren pulsiert und mich vorwärts treibt. Und mir sagt, daß ich nie wieder müde sein werde...
Es ist es auch nicht wert nur einen Gedanken daran zu verschwenden. Meine Instinkte haben die Kontrolle übernommen. weißglühend ist das Biest in mir wieder da, welches ich zu verdrängen versucht habe. Es ist wieder da und es schreit und es lacht laut und es lebt in all diesem süßen, reinen Haß der in mir kocht.
Und SinCity ist eine fette böse Hure die darum bettelt und ich nehme sie mit allem was sie Wert ist und dann nehme ich sie noch mal und sie bettelt immer noch.
Es tut verflucht gut zu leben.

Und dann gehe ich in die Kirche. Nicht um zu beten.

„Was sind deine Sünden, mein Sohn?“ fragt mich der Priester von der anderen Seite des Beichtstuhls.

„Nun, Vater, ich möchte Sie nicht die ganze Nacht aufhalten, deshalb werde ich ihnen nur die neuesten Erzählen.... Diese Hände sind voller Blut – nicht wirklich, ich würde nie in die Kirche gehen, ohne es vorher abzuwischen.“

„Du sprichst in Metaphern.“

„Ich wußte, das es ein Wort dafür gut. Sie sind ein schlaues Kerlchen. Ich bin nicht so helle. Wenn ich etwas herausfinden muß, gehe ich einfach zu jemanden, der mehr weiß als ich und dann frage ich. Manchmal frage ich ziemlich lange. Heute abend habe ich drei Menschen getötet. Ich habe sie vorher gefoltert. Man könnte sagen, daß ich mich die Nahrungskette nach oben gearbeitet habe. Die ersten beiden waren nur kleine Fische. Der Dritte jedoch hat ihren Namen genannt, Vater.“

Er versuchte zu fliehen, dann erkannte er das Geräusch, als ich Gladys entsicherte und erstarrte.

„Sie wissen, was dieses Geräusch bedeutet. Setzen Sie sich.“

„Gütiger Gott, dies ist ein Haus Gottes!“

„Gib mir nur einen verdammten Namen.“

„...Roark.“

„ROARK? Du vertraust sehr auf Dein Glück, wenn Du mir so eine Scheiße verkaufen willst. Es kann unmöglich so groß sein...“

„Dann geh und finde es selbst heraus du dummer Hurensohn! Es gibt eine Farm zwischen Nordkreuz und Lennox. Es ist alles da. Finde es selber heraus! Und während Du das tust... Frage Dich, ob der tote Körper eine Hure es wert ist zu sterben.“

Ein Schuß zerriß die Stille der Kirche. Und die Eingeweide des Priesters.

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Wert zu sterben.

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Wert zu töten.

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Wert in die Hölle zu kommen.

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Amen.

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