Ein dumpfes Scheppern hallt über die Farm. Es kam aus dem tiefen des Gebäudes. Es hallt in regelmäßigen Abständen über das Gelände. Es klang wie ein Hammer. Oder besser ein Rammbock. Ja, genauso klang es. Wie ein Rammbock. Genaugenommen war es beinahe ein Rammbock. Sozusagen. Ein menschlicher Rammbock.

Genauso fühlte ich mich, als ich meinen Kampf mit der Stahltür ausfocht. Immer und immer wieder nahm ich Anlauf und sprang gegen die Tür. Ein Geräusch wie ein nasser Sandsack erzeugte mein geschundener Körper der gegen die schwere Stahltür donnerte. Der mächtige Querbalken, der die Tür blockierte schien gänzlich unbeeindruckt von meinen Versuchen den Widerstand zu brechen.

Immer und immer wieder donnerte ich gegen die Tür. Es war ein Kampf Mensch gegen Stahl. Ich gegen das Metall. Eigentlich war es kein Kampf ich gegen mich, da mir mittlerweile jedes einzelne Körperteil weh tat. Jeder Knochen im Leib schmerzte mir, da ich immer wieder mit unterschiedlichen Körperseiten gegen die Tür sprang. Aber ich wußte das ich es schaffen musste. Ich musste diese Tür einfach öffnen, damit ich Goldie rächen könnte.

Das war mein einziger Lebensinhalt. Alles was von meinem verkorksten Leben übrig geblieben ist. Das ist genaugenommen mehr als es jemals war. Immerhin. Nicht jeder kann von sich sagen, daß nach einem solchen Schlag das Leben ein Sinn macht. Nachdem man jemanden gefunden hat, der einem alles bedeutet. Und in der gleichen Nacht wieder verliert. Aber irgendwie passt es zu meinem Leben. Ich habe es sowieso nie verstanden, wie das alles läuft. Aber jetzt bin ich hier. Hier und jetzt. Und zwischen mir und meiner Aufgabe steht diese gottverdammte Tür. Und diese Scheißtür muß ich klein kriegen. Und das werde ich...

„Uff“ Das hat wehgetan. Voll mit dem Hinterkopf gegen die gekachelte Wand. Ich bin so müde und mir tut alles weh. Ich würde so gerne ausruhen. Und meine Wunden lecken.

Aber dafür bleibt keine Zeit. Ich muß hier raus und Kevin finden. Und dann Roark. Als ich versuche aufzustehen, wird mir schwarz vor Augen. Schon wieder. Das wird schon fast zur Gewohnheit.

Aber dafür bleibt keine Zeit. Ich muß aufstehen. Und es weiterversuchen. Die Tür hat sich schon angefangen ein bischen zu bewegen.

Bei jedem neuen Ansturm wird der Widerstand der Tür schwächer. Ich kann es fühlen. Es dauert nicht mehr lange und die Tür gibt auf. Es ist nur wichtig, daß die Tür vor mir aufgibt. Oder vor meinen wunden Knochen.

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Endlich kann ich mich wieder aufraffen und renne wieder gegen die Tür. Und wieder und wieder und wieder. Dumpfe Schläge hallen durch das enge Verließ, jedesmall wenn mein blutiger Körper die Tür trifft. Doch mit jedem mal wird der Widerstand der Tür schwächer. Ich spüre wie sie unter dem Ansturm meiner wütenden Angrifffe erzittert und schwächer wird.

Es hat keinen Sinn. Ich gebe auf. Die Tür spielt mit mir. Ich habe mich überschätzt. Ich komme einfach nicht dagegen an. Ich fühle mich, als ob mir jeder Knochen im Leib gebrochen ist und wenn ich noch einmal gegen die Tür springe bricht mir alles. Immerhin weiss ich jetzt, wie Hackfleisch sich fühlen muss.

Wut.

Haß.

Ich muß alles auf eine Karte setzten. Alle Energie aufwenden und gegen die Tür richten. Ich sammle alle Kraft und konzentriere mich. Ein einziges Mal noch. Ich fühle es. Jetzt oder Nie. Ich spüre wie ich ganz ruhig werden. Und alle Energie sammle. Mich auf die Tür konzentriere um den Widerstand letztendlich zu brechen. Ich laufe und los und springe...

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